INTERVIEW MIT DANIEL ARANAZ MORRAS, CHEF DER PERRERA ETXAURI

4 Nov

Nachfolgend mein Interwiew mit dem Leiter der berühmt-berüchtigten Perrera Etxauri respektiv dem Zentrum für Tierschutz Etxauri,wie sich die Perrera nennt. Teilen ist ausdrücklich erwünscht aber bitte mit dem Originallink zum Interview.
————————————————————————————————————-

Guten Tag, danke dass Sie uns Empfangen.

Mein Name ist Mo Swatek, ich bin die Gründerin von PRO-GALGO International, eine Orga die sich der Rettung und Vermittlung von Galgos und Podencos widmet und Tiermisshandlungen sowie illegale Transporte ins Ausland anzeigt. Diverse Todesfälle bei Transporten nach Deutschland und Anzeigen gegen Tierschützer, die aus Ihrer Perrera Tiere holen, haben mich dazu gebracht, Ihnen ein paar Fragen zu Ihrer Zusammenarbeit mit den Deutschen sowie über Ihre Perrera zu stellen. ( Herr Aranaz Morras hat das Interview handschriftlich ausgefullt und das Original ist auf www.pro-galgo.es nachzulesen)

  • Wann wurden Sie Leiter der Perrera Etxauri und wer hat Sie in Kontakt mit den Deutschen Tierschutzvereinen gebracht?
    Im Februar 2009
    Durch bereits mit der Perrera arbeitende Vereine
  • Werden Welpen gegen Parvo geimpft… und existiert eine Desinfektion der Zwinger und wo werden kranke Tiere behandelt?
    Das kann man alles im Behandlungsbuch nachlesen
  • Stimmt es, dass an Sonntagen niemand in die Perrera kommt um sich um die Tiere zu kümmern und auch kein Veterinär vor Ort ist?
    Nein.Leute die das behaupten kennen unsere Lieferwagen, beschriftet und ofiziell für diese Arbeit zuständig. Der Lieferwagen ist leicht auszumachen und wir verstehen nicht, was diese Leute davon haben, so was zu behaupten.
  • In wessen Namen werden die ausreisenden Tiere gechippt?
    Aus Datenschutzgründen darf ich darüber keine Aukunft geben, versuchen Sie doch diese Infos im Institut für öffentliche Gesundheit zu bekommen.
  • Wussten Sie, dass der Grossteil Ihrer Tiere in Pflegefamilien oder Tierheime kommen, obwohl das sehr stressig ist für die Tiere. Wurde Ihnen das mitgeteilt?
    Wir dachten, dass sie an einen besseren Ort gehen, das ist zumindestens was uns die Tierschutzvereine die mit uns arbeiten übermitteln. Das Zentrum für Tierschutz Etxauri (so nennt sich die Perrera)ist auch kein idealer Ort und kann auch Stress bedeuten.
  • Wurden Sie jemals informiert über den Verbleib der Tiere aus Ihrem Zentrum, mit nachprüfbaren Daten, Fotos mit Datum und mit Beweisen, dass Nachkontrollen durchgefúhrt wurden?
    Manchmal bekommen wir Fotos von unseren im Ausland adoptierten Tieren aber wir wissen, dass nicht alle Adoptanten neue Technologien beherrschen umd mit uns in Kontakt zu treten oder Ihre Privatsphäre behalten wollen. Wir können nicht verlangen, dass man uns Fotos von allen Tieren schickt aus unserem Zentrum.
  • Wussten Sie, dass Hunde aus Ihrem Zentrum im Deutschen Ebay für 300eur annonciert werden?
    Nein, das ist das erste mal, dass wir davon hören und man hat uns Screenshots übergeben. Nach der Ausreise haben wir leider keine Rechte mehr über die Tiere aber wir haben das  Amt für Öffentliche Gesundheit gebeten, dies zu verfolgen und die Vereine zu kontrollieren.
  • Wurden jemals Tiere nicht in Spanien zur Adoption gegeben weil sie für’s Ausland reserviert waren?
    Es wird immer vorgezogen, dem Tier die bestmöglichen Adoptanten zu gewährleisten. Wir ziehen eine Adoption in unserem Land vor aber wenn ein Tier für die Ausreise nach Deutschland reserviert ist, hoffen wir, dass es Adoptanten hat und darum kann es nicht mehr vor Ort vermittelt werden. Das ist manchmal eine etwas schwierige Situation.
  • Herr Daniel, was denken Sie über die Vereine, die bei Ihnen Tiere holen und wissen Sie wohin sie gehen und was mit ihnen dann passiert?
    Wir haben keine Kontrolle darüber wohin sie gehen, wenn sie unser Zentrum verlassen haben aber wir hoffen, dass es sich um gute Aktionen handelt und wir vertrauen darin, dass die Orgas es gut machen.
  • Halten Sie es für möglich, dass Tiere aus Ihrem Zentrum im Tierversuch gelandet sind?
    Nein, es gab viele Gerüchte zu dem Thema und wir haben klargestellt mit den Orgas, dass das nicht passieren darf
  • Wissen Sie wieviele Tiere mit wem und wohin gehen? Und verlangen Sie Informationen von den Txikas de Etxauri und ihren Mitstreitern?
    Wir fragen nach den Tieren und einmal bei uns raus hoffen wir, dass ihre neuen Verantwortlichen sich gut um sie kümmern.
  • Das Tierschutzgesetz  von Navarra ist ziemlich vollständig. Können Sie sagen, dass Ihr Zentrum dem Gesetz entspricht?
    Ja
  • Halten Sie es für eine Lösung, die Ausgesetzten Tiere ins Ausland zu verbringen?
    Nein, es ist eine Option um einigen Tieren einen Ausweg zu geben. Die Lösung des Problems ist viel komplexer. Wir versuchen mit Aufklärungen usw dem Problem Herr zu werden und bitten das Amt für öffentliche Gesundheit mehr Kontrollen zu veranlassen was die Chips angeht etc
  • Wie kann es sein, dass ein Tierarzt eine Perrera leitet? Ist das nicht zu einem Teil kontraproduktiv Tierarzt zu sein und gleichzeitig Tiere eutanasieren zu müssen? Oder wird in Ihrer Perrera nicht mehr getötet?
    Seit wir das Zentrum übernommen haben  ist die Tötungsrate um  90% gesunken.Es wird ausschliessliche getötet wenn der Gesundheitszustand des Tieres nicht mehr lebenswert ist oder bei klaren  Anzeichen von Agressivität.
  • Wir haben in Facebook Bilder der Ankunft von Etxaurihunden gesehen, total erschöpfte, verhungerte Tiere die kurz vor dem Zusammenbrechen waren. War das Schuld des Transporteurs oder war es Schuld der Perrera kranke und verhungerte Tiere reisen zu lassen?
    Soweit es unsere Kontrolle zulässt, reisen die Tiere in adequatem körperlichem Zustand.
  • Wie erklären Sie sich, dass man in Deutschland sagt, dass die Tiere besser in der Perrera ankommen als sie sie verlassen? Es heisst, dass es nicht genug Futter hätte und dass keine tierärztliche Versorgung stattfindet. Ich nehme an, dass sie bestätigen können, dass das nicht wahr ist.
    Ja, das ist ein weiteres Gerücht welches verbreitet wird. Es hat einen vollzeit angestellten Veterinär und es gibt keinen einzigen Tag wo den Tieren Futter fehlt.  Die Bilder der Tiere im Facebook sind von ihrer Ankunft bei uns, wir laden Sie ein, unser Zentrum zu besuchen während der normalen Öffnungszeiten.
  • Wir wissen, dass mehrere Deutsche hunderte ihrer Perreratiere geholt haben und auch probleme mit dem Gesetz hatten wegen illegaler Einfuhr von Tieren und Hundehandel. Ist Ihnen das bekannt gewesen?
    Nein, das wir haben durch die Person die uns den Fragebogen schickte das erste mal davon gehört
    .
  • In Deutschland wird sehr viel Geld gesammelt um Futter und andere Sachen für Ihre Perrera zu spenden. Wie kann es sein, dass man in Deutschland so viel darüber liest über Ihre Perrera und dass es den Tieren am Nötigsten fehlt,  die Hunde hungern und im Winter erfrieren aber in Spanien liest man absolut nichts davon? Können Sie uns erklären woher diese Gerüchte stammen und welchen Grund es für deren Verbreitung gibt?
    Wir kennen den Grund dieser Schlechtheiten nicht. Wir sind geöffnet von Montag bis Freitag von 11-15.30h und Samstag von 11-12h und sie können jederzeit selber vorbei kommen um es zu verifizieren. Es ist einfach zu beweisen aber schwer es jemanden glauben zu lassen.
  • Können Sie uns bitte erklären wie Ihre Perrera funktioniert? Das heisst, was passiert wenn ein Tier neu ankommt? Wie lange muss es bleiben bevor es vermittelt werden darf? Und wenn es vermittelt wird, was kostet die Adoption und wird das Tier kastriert vermittelt? Sollte ein Tier nicht vermittelt werden, wie lange dauert es , bis es eine Todesspritze bekommt?
    Aus diesem Grund war es noch nie nötig einem Tier eine Todesspritze zu geben und der Hund, der am längsten bei uns war, blieb über ein Jahr in unserem Zentrum.Die Kosten dafúr hat das Zentrum getragen.
    Nach 8 Tagen Wartezeit wo der Besitzer seinen Hund wiederholen kann falls das Tier nicht gechippt war, können wir ein Tier zur Adoption geben. Sollte der Hund Chip haben muss der Besitzer das Tier uns überschreiben, falls er es nicht wiederhaben will. Wir versuchen auf unsere Kosten Tiere zu kastrieren/sterilisieren aber es gibt keine Bestimmung die das vom neuen Besitzer verlangt. Wir wollen mal annehmen, dass der fähig ist, für das dem Tier passende Weise zu verhüten.
  • Zum Schluss bitten wir Sie, uns zu sagen, wie viele Tiere jährlich in Ihrem Zentrum landen und wieviele wirklich vor der Euthanasie gerettet werden?
    Es werden alle gerettet ausser diejenigen die tödliche Krankheiten haben und solche deren Lebensqualität nicht garantiert werden kann. Sowie die extrem agressiven Hunde wie bereits vorher besprochen.
    die genauen Zahlen können im Institut für öffentliche Gesundheit im Paragraphen über die Perrera nachgelesen werden

 

Vielen Dank für dieses Interview

DSC01357 DSC01359 DSC01361 DSC01362 DSC01363 DSC01364 DSC01365 DSC01366 DSC01367 DSC01368 DSC01369 DSC01370 DSC01371 DSC01372 DSC01373 DSC01374 DSC01375 DSC01376 DSC01377 DSC01378 DSC01379 DSC01380 DSC01381 DSC01382 DSC01383 DSC01384 DSC01386 DSC01387 DSC01388 DSC01390 DSC01391 DSC01392 DSC01393 DSC01394 DSC01395 DSC01396 DSC01397 DSC01398 DSC01399 DSC05711 DSC05712 DSC05713 DSC05714 DSC05715 DSC05716 DSC05717 DSC05718 DSC05719 DSC05720 DSC05721 DSC05722 DSC05723 DSC05724 DSC05725 DSC05726 DSC05727 DSC05728

 

 

 

Advertisements

6 Antworten to “INTERVIEW MIT DANIEL ARANAZ MORRAS, CHEF DER PERRERA ETXAURI”

  1. Tünde November 4, 2013 um 6:28 pm #

    Einige Gedanken zum Interview:
    Gute Adoptanten schicken gerne Fotos von ihren Tieren nach Spanien, denn eine gute Adoptivefamilie schätzt die Arbeit des spanischen Tierheims und der spanischen Tierschützer sehr hoch! Ich würde auch für die Perreramitarbeiter ein Foto schicken wenn mein Hund von dort stammen würde.
    Es ist aber manchmal so, dass die Tiere umbenannt werden nachdem sie in Deutschland angekommen sind, und die Adoptivefamilie bekommt keine Info über die Herkunft des Tieres (außer „aus Spanien“ oder „aus Ungarn“).
    Nicht alle Adoptionsinteressenten sagen die Adoption ab, wenn ihnen bestimmte Daten verweigert werden. Viele fragen erst gar nicht nach.
    Man muss selber einiges erlebt haben um da etwas kritischer zu werden.

    Das Problem ist natürlich, dass viele abgebende, ausländische Vereine verzweifelt sind, weil mehr Hunde reinkommen als adoptiert werden. Da greift man nach dem letzten Strohhalm, dem vermeintlich guten deutschen Verein und schaut nicht richtig zu. Ich kenne selber Beispiele, wo ein ungarischer Verein mit Tierhändler zu tun hatte und dies einmal zu spät und einmal gerade noch rechtzeitig erkannt wurde. Wobei sich die Situation in Ungarn jetzt gebessert hat weil immer mehr Leute einen Hund adoptieren statt zum Züchter/Vermehrer zu gehen.

    In Deutschland werden die Zustände in den ausländischen Tierheimen oft als sehr schlecht dargestellt. Manchmal stimmt das leider zu, manchmal aber nicht. Manche Tierschützer berichten so über das ausländische TH weil sie selber schockiert sind, eben weil in manchen Fällen die Zustände im ausländischen TH wirklich sehr schlecht sind. Manchmal wiederum ist die Dramatisierung ein gutes Mittel um die Spendenbereitschaft zu erhöhen bzw. das eigene Anteil an der Rettung des Tieres hochzuspielen (während in der Wahrheit die Spanier/Ungarn die medizinische Versorgung des Hundes erledigt haben). Es gibt eben viele gute, anständige Rettungsorgas aber auch einige weniger gute oder eben ganz schlechte, die eigentlich keine Rettungsorga sondern vielmehr Tierhändler sind.
    Spendewillige sind sicherlich gut angeraten, um genau hinzuschauen wem sie ihr Geld geben.
    Ich würde meinerseits keinem Verein spenden von dem ich keine Info über die Herkunft der Tiere erhalte (inkl. Erreichbarkeit des spanischen Tierheims) und wo ich nicht sicher sein kann, dass die Spanier, oft Privatpersonen oder arme Vereine, die die Tiere vor der Ausreise medizinisch versorgen, ihre Kosten (Impfung, Paß, Chip, Entwurmung, Entflohung, Bluttests) erstattet bekommen. Ich habe kein Problem mit dem 300 Euro Schutzgebühr (inkl. Transportkosten die zu den oben genannten Kosten hinzukommen). Das Problem ist vielmehr, dass man nicht immer sicher sein kann, dass die Spanier ihre Kosten erstattet bekommen haben…

    Das alles dahingestellt, bin ich trotzdem für Auslandsadoptionen, ich möchte irgendwann wieder einen Galgo adoptieren. Galgos sind wunderbare Hunde, wir sind mit unseren zwei sehr glücklich.

    Wobei ich beim Interview eines nicht verstehe und zwar Mo, warum ist das schlecht, wenn das Tier zuerst in eine Pflegefamilie kommt? Ich finde gute Pflegestellen eine enorme Hilfe für die Hunde, schon auch um das Tier genau kennen zu lernen, nicht dass es von einer Familie adoptiert wird wo es einfach nicht reinpasst. Pflegestellen fertigen ausführliche Charakterbeschreibungen an, die finde ich schon sinnvoll und sehr hilfreich… und die meisten spanischen Hunde gehen zu Pflegestellen und nicht in Tierheime in Deutschland oder?

    • anja November 5, 2013 um 3:30 pm #

      oh ja, liebe tünde, pflegestellen sind sehr sehr wichtig und wertvoll…da pflichte ich ihnen bei…herzliche grüsse von anja

    • Sylvia November 6, 2013 um 9:51 am #

      Nur zu einer Frage: Pflegefamilie. Weil es HUNDE sind, die sich an ihre Umgebung zu GEWOEHNEN versuchen, und ihr Rudel wieder lieben wollen. Um wieder enttäuscht und verletzt zu werden ?! Und, der Hund verhält sich keineswegs an einem anderen Ort gleich wie vorher. Andere Umstände- anderes Verhalten. Ich glaube, das ist allseits bekannt. Zu den weiteren Ausführungen möchte ich mich nicht äussern.
      PS Man beachte, wie viele Hunde nach Uebergaben AUSREISSEN und vielfach qualvoll sterben….

  2. Roswitha Jost November 5, 2013 um 8:33 am #

    Nur zur Info: Das war im Jahr 2010, als Pecas zu mir auf die Pflegestelle kam, aus Extauri

  3. Roswitha Jost November 5, 2013 um 8:36 am #

    und DAS ist Pecas heute in seiner neuen Familie mit einem Pflegling, ebenfalls aus Extauri, die Hündin Rica……

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: